Der Chart bewegt sich. Schnell. Du warst nicht im Trade, aber jetzt ist er 3% im Plus — und steigt weiter. Dein Finger schwebt über dem Buy-Button. "Ich kann diese Bewegung noch einfangen..."
Dieses Gefühl? Das ist FOMO — Fear of Missing Out. Und es ist für einige der schlechtesten Trades verantwortlich, die du je machen wirst.
Was FOMO wirklich ist
FOMO im Trading ist der emotionale Drang, eine Position einzugehen, weil du Angst hast, Gewinne zu verpassen — nicht weil der Trade zu deinem Plan passt. Es ist reaktiv, nicht strategisch. Du jagst der Bewegung nach, anstatt sie zu antizipieren.
Die grausame Ironie: FOMO-Trades passieren typischerweise zum schlechtesten möglichen Zeitpunkt. Wenn die Bewegung offensichtlich genug ist, um deine Angst auszulösen, ist das leichte Geld bereits gemacht.
Wie du FOMO erkennst
FOMO tarnt sich als Gelegenheit. So erkennst du den Unterschied:
- Du reagierst auf Price Action, die du verpasst hast — Die Bewegung ist bereits passiert. Du steigst ein, weil es gestiegen ist, nicht wegen deines Setups.
- Du fühlst Dringlichkeit — "Ich muss JETZT rein oder es ist zu spät." Echte Setups erfordern keine Panik-Entries.
- Du verlässt deine Entry-Kriterien — "Es ist nicht mein übliches Setup, aber schau dir dieses Momentum an..." Das ist dein Plan, der dich aus deinem Plan herausredet.
- Du hast keine klare Invalidierung — Du weißt, wohin es gehen soll, aber du kannst nicht artikulieren, wo du zugeben würdest, dass du falsch liegst.
- Du fühlst körperliche Anspannung — Rasendes Herz, flache Atmung. Dein Körper weiß, dass dies keine ruhige, kalkulierte Entscheidung ist.
Warum FOMO-Trades meistens scheitern
FOMO-Trades haben per Definition ein miserables Risk/Reward:
- Späte Entries — Du kaufst nach dem Move, also ist dein Entry schlechter als geplante Entries gewesen wären.
- Weite Stop Losses oder gar keine — Weil du impulsiv eingestiegen bist, hast du oft kein logisches Stop Level.
- Am Top kaufen — Parabolische Moves, die FOMO auslösen, drehen oft hart. Du wirst zur Exit Liquidity für Trader, die früher drin waren.
- Emotionales Trade Management — Du bist emotional eingestiegen, also managst du emotional. Gewinn-Trades zu früh schließen, Verlust-Trades zu lange halten.
Wie du FOMO überwindest
Der FOMO-Test
Vor jedem Trade, frag dich: 'Hätte ich diesen Trade vor 30 Minuten genommen, bevor der Move begann?' Wenn die Antwort nein ist, tradest du kein Setup — du jagst einem Move nach. Schließe den Chart und warte auf die nächste Gelegenheit.
Mehr FOMO-Gegenmittel
- Akzeptiere, dass du Moves verpassen wirst — Die besten Trader verpassen tonnenweise Moves. Sie traden nur ihre Setups. Es gibt immer einen nächsten Trade.
- Tracke deine FOMO-Trades — Journale sie separat. Nach einem Monat, berechne das P&L. Die Daten töten den Drang normalerweise schnell.
- Nutze Alerts statt Screens — Setze Price Alerts für deine Levels. Auf Charts zu starren züchtet FOMO.
- Denk dran: Der Markt ist morgen noch da — Den heutigen Move zu verpassen ist egal. Dein Konto mit einem FOMO-Trade zu blowen ist nicht egal.
Das Reframing: Jedes Mal, wenn du FOMO erkennst und nicht danach handelst, hast du eine profitable Entscheidung getroffen. Du hast den Verlust gespart, den du gemacht hättest. Das ist echter Edge.
Tiefer einsteigen
FOMO ist nur eine von vielen kognitiven Verzerrungen, die Trader Geld kosten. Lerne alle kennen — und wie du Abwehrmaßnahmen aufbaust.
Lesen: Trading-Psychologie: Der komplette Guide